HOME
ÜBER UNS
TÄTIGKEITSBEREICHE
◊ SPEISEEIS
◊ FOOD
LEISTUNGEN
◊ MEDIEN-SERVICE
◊ MESSEN UND
AUSSTELLUNGEN
◊ ÜBERSETZUNGEN
◊ FORT-UND
WEITERBILDUNG
◊ BERATUNG
EVENTS
PRESSEMELDUNGEN
KONTAKT
Seit dem 17. Jahrhundert ist Speiseeis an europäischen und auch an deutschen Höfen bekannt. Undenkbar war ein herausragendes Menü, das nicht ein Sorbet oder ein Speiseeis miteinbezog. Aber erst im 19. Jahrhundert wird das Speiseeis dank der ersten italienischen Migranten - die die Alpen überschritten - auch in Deutschland für jedermann zugänglich. Heutzutage gibt es keinen Ort in Deutschland, der nicht sein italienisches ”Eiscafé“ hätte. Speiseeis hat eine lange Geschichte vorzuweisen, die keinen Urvater kennt: Es ist ein erlesenes Nahrungsmittel, das dank menschlicher Kreativität im Laufe der Zeit immer mehr verfeinert wurde und das im Italien der Renaissance, dem Italien der unzähligen Höfe und Abteien und der günstigen klimatischen Bedingungen, auf den idealen Ort der Entfaltung traf. Die ersten Hinweise auf die Nutzung von Eis (oder gepresstem Schnee) zum Verzehr finden sich im Mesopotamien des 3. Jahrtausends v.Chr. Auch ohne die faszinierenden und zahlreichen Etappen aufzuführen, die ”gelato“ auf unsere Speisekarte gebracht haben, lässt sich sagen, dass das Sorbet (aus dem Arabischen shrb, Sirup - Zucker - oder Honigsirup) sicherlich auf Sizilien und in Neapel weiterentwickelt wurde. Das ”moderne“ Speiseeis jedoch aus Milch, Honig oder Zucker und Aromastoffen ist vermutlich im Florenz der Medici, im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, von einem gewissen Ruggeri auf den Weg gebracht worden. So bietet der toskanische Architekt Bernardo Buontalenti zwischen dem Ende des 16. und dem 17. Jahrhundert anlässlich eines spanischen Delegationsbesuchs ein großartiges Eis aus Eiercreme zum Abendessen an (vermutlich die Nachbildung eines riesigen Straußeneis), und zwar mit der Absicht, die Spanier zu verblüffen. Von da an erhält das Speiseeis eine vorrangige Stellung auf den einflussreichsten Tafeln. Die wenigen vorhandenen Eiskonditoren werden hoch gehandelt und sorgen für gehörigen Wetteifer unter den Mächtigen. In Italien entstehen im Bereich der Haute Cuisine verschiedene Auffassungen zum Thema Speiseeis. Mit dem Sizilianer Procopio de' Coltelli, der 1686 in Paris ”Le Procope“ eröffnet, bahnt sich das Speiseeis den Weg aus dem höfischen Ambiente und wird zum ersten Mal auch weniger adeligen, jedoch sehr viel interessanteren Gaumen zugänglich gemacht. Bietet er doch an den Tischchen seines Cafés, die von den geistreichsten Köpfen der damaligen Zeit besetzt werden, Erdbeer-, Jasmin- und Rosensorbets an. Das heute noch bestehende Lokal wird und bleibt für viele Jahre ein unverzichtbarer Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler wie die Enzyklopädisten, Voltaire, Montesquieu, Molière, Balzac. Die sizilianische Genialität eröffnet dem Speiseeis eine Zukunft, die in den folgenden Jahrhunderten einen Erfolg jenseits aller Vorahnungen verzeichnet.
Eiskalt 2009